Neue Trends für Fliesen

Die Zeiten, in denen Fliesen lediglich in Küche und Bad als praktischer Wand- und Bodenbelag zu finden waren, sind lange vorbei. 

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Längst hat die keramische Fliese auch den Rest der Wohnung erobert und sorgt – insbesondere in Kombination mit einer Fußboden- oder Wandheizung – für pflegeleichte und behagliche Oberflächen. Neben trendigen Formaten, Materialien und Farben gibt es auch immer wieder technische Innovationen, die dieses Bauprodukt noch attraktiver machen.

Neue Oberflächen und Designs

Einfache unifarbene oder melierte Fliesen haben nach wie vor Konjunktur. Zunehmend drängen neue Oberflächen und Designs auf den Markt, mit denen sich gezielt ungewöhnliche Raumeffekte erzeugen lassen:

Metalloberflächen

Metalloberflächen sind in verschiedenen Farbvarianten von rostbraun bis metallisch glänzend erhältlich. Die Oberflächen sind glatt oder gebürstet zu finden sowie in Rost- oder Stahloptik. 

Fliesen mit Textilstruktur

Fliesen mit Textilstruktur sehen echten Textilbelägen oft verblüffend ähnlich. Nachgebildet wird nicht nur die Optik, sondern auch die Oberflächenstruktur von Teppichen und anderen textilen Materialien. 

Neobarockfliesen

Neobarockfliesen weisen prachtvolle und überbordende Musterungen auf und stehen dem minimalistischen Trend direkt gegenüber. Stilisierte Blumendekore, Verschnörkelungen sowie Gold- und Silberakzente im großen Stil zeichnen diesen Fliesentrend ebenso aus und machen jeden Raum zum Schloss.

Holz- und Parkettfliesen

Holz- und Parkettfliesen verbinden die natürlich wirkende Holzoptik mit der pflegeleichten Robustheit der Keramikfliese. Die Formate sind mit Längen von bis zu 1,20m ebenso wie die Texturen und Muster Echtholzdielen und Parkett nachempfunden. Lediglich die kalte Oberfläche und die erforderliche Verfugung lassen erkennen, dass es sich bei diesen Fliesen um keramische Produkte handelt.

Fotofliesen

Fotofliesen zeigen fotorealistische Darstellungen aller Art auf der glasierten Oberfläche. Nahezu jedes Dekor lässt sich so umsetzen. Motive jeder Art, insbesondere auch Wunschmotive des Kunden, lassen sich durch Inkjet-Technologien auf die Fliesen bringen. Selbst strukturiertes Feinsteinzeug für keramische Bodenbeläge kann als Fotofliese ausgeführt werden. 

Betonfliesen/Mimikryfliesen

Beton ist aufgrund seiner porösen Oberfläche und der Staubneigung für die Innenraumgestaltung nur bedingt geeignet. Anders sieht es mit Betonfliesen aus, die das Material täuschend echt imitieren und dabei die guten Eigenschaften jeder keramischen Fliese aufweisen. 

Fliesen, die andere Materialien imitieren und diesen täuschend ähnlich sehen, werden auch als Mimikryfliesen bezeichnet. 

Fliesen mit Licht für besondere Wohnraumakzente

Ein ebenfalls brandneuer Trend geht hin zu Lichtfliesen. Dabei werden in die Fliesen Aussparungen für LED-Einbauleuchten vorgesehen. Die Spots verfügen zum Beispiel über eine Edelstahleinfassung und schließen mit der Fliese bündig ab. Durch die geringe Einbautiefe der Leuchte passt diese komplett in die Fliese, die wie herkömmliche Fliesen auch verlegt werden kann. Lediglich der Trafo samt Anschlussleitungen muss vor der Verlegung entsprechend installiert werden. Eingesetzt werden können die Leuchtfliesen als Wand- oder Bodenbelag für Akzente, zur Beleuchtung oder als zonierte Raumabgrenzungen.

XXL-Formate – Fliesen im großen Stil

Großformate werden vor allem für Bodenbeläge zunehmend beliebt. Große Räume wirken durch große Fliesen in Abmaßen von 60 x 60 oder sogar 90 x 90cm noch großzügiger, in kleinen Räumen rücken durch den geringen Fugenanteil Ruhe und Klarheit ins Bild.

Es entstehen großzügige und homogene Flächen, die auch die Fliesenfarbe und -struktur besonders zur Geltung bringen. Werden die neuen XXL-Formate verlegt, dann sind eine hohe Kalibrierung und ein exakter Randschnitt von entscheidender Bedeutung. Denn für die richtige Wirkung sind schmale Fugen ebenso wichtig wie eine ebene Oberfläche.

Selbst kleine Unebenheiten im Untergrund wirken störend, da sie aufgrund der großen Fläche pro Fliese kaum ausgeglichen werden können. Es kommt zu Überzähnen an den Fliesenstößen und zu einem insgesamt unruhigen Fugenbild. Der Untergrund muss deshalb vor der Verlegung so eben wie möglich ausgeglichen werden. Verlegt wird erst, wenn der Untergrund vollständig ausgetrocknet ist, denn zu viel Restfeuchte kann ebenfalls zu Unebenheiten führen.

Porzellankeramik – hauchdünne Fliese im Großformat

Bereits seit einigen Jahren ist die sogenannte Porzellankeramik auf dem Markt. Dabei handelt es sich um großformatige Fliesen mit Formaten bis zu 1 x 3m und einer Dicke von lediglich 3mm.

Nur unwesentlich dicker sind die neuen Feinsteinzeugfliesen mit Materialstärken von 5mm. Bereits der Transport dieser Fliesenplatten ist anspruchsvoll, selbst dann, wenn die Keramikrückseiten mit Epoxidharz und Glasfaser verstärkt sind.

Aufgrund der geringen Materialstärke sind die Porzellankeramik-Platten leicht flexibel und können deshalb auch für etwas gebogene Flächen verwendet werden. Allerdings lässt sich Porzellankeramik schwer bearbeiten. Ähnlich wie bei Glas ist der Zuschnitt wie auch das Bohren von Löchern kompliziert und riskant. Bei der Verlegung ist besonders darauf zu achten, dass keine Hohlräume unter den Fliesen entstehen, da die Platten nur geringe Biegedruckfestigkeiten aufweisen. Empfohlen werden die superdünnen Platten auch im Bereich der Sanierung. Sie können direkt auf alte Böden verlegt werden und tragen kaum auf.

Neue Klebstoffe für weniger Arbeitsgänge

Um dem Verleger die Arbeit zu erleichtern und die Haftung des Belags zu verbessern, wird auch im Bereich der Fliesenkleber immer wieder nach Innovationen geforscht. Flexibel und leicht zu verarbeiten lassen sich die neuen Klebstoffe auf allen Untergründen ohne zusätzliche Grundierung anwenden. Durch die geringe Schrumpfung können auch Großformate verlegt werden, über den Einsatz umweltfreundlicher Inhaltsstoffe werden die CO2-Emissionen verringert. Auch von den Außentemperaturen sind die Hybrid-Klebstoffe kaum mehr abhängig. Die Aushärtung bleibt in Geschwindigkeit und Qualität gleich, unabhängig davon, ob die Umgebungstemperatur 5 oder 25 Grad beträgt.

Fliesen verlegen ohne Mörtel

Die Trockenverlegung von Fliesen wie auch Naturstein gibt es bereits seit etwa 10 Jahren. Dabei werden die Fliesen auf Platten verklebt, die Elemente selbst werden auf dem vorhandenen Untergrund schwimmend verlegt. Diese Systeme werden ständig weiterentwickelt und vereinfacht.

Brandneu ist eine Verlegeform, die ohne Mörtel auskommt und auch für die temporäre Verlegung geeignet ist. Die mit einer speziellen Korklage beschichteten Fliesen werden dazu anhand von speziellen Fliesenkreuzen auf dem (ebenen) Untergrund ausgerichtet. Die Beschichtung kann auf alle handelsüblichen Fliesen aufgebracht werden und erfüllt unter anderem die Aufgabe der Lagesicherung. In die Fugen wird eine Moosgummischnur eingelegt, anschließend wird verfugt.

Ebenso leicht lässt sich dieser Bodenbelag auch wieder abnehmen, indem die Fliesen einfach angehoben werden. Die Kosten für Fliesenkleber entfallen, die Fliesen verkleben nicht mit dem Untergrund und können jederzeit wieder aufgenommen werden. Die Kombination von Korkschicht und Moosgummiband sorgt für eine Entkopplung vom Untergrund und liefert damit bei richtiger Ausführung eine Trittschalldämmung. Gleichzeitig findet eine mechanische Entkopplung statt, die Risse durch die Übertragung von Spannungen verhindert.