Gestaltungsmöglichkeiten mit Fliesen

Die große Auswahl an keramischen Wand- und Bodenbelägen eröffnet zahlreiche Möglichkeiten der Raumgestaltung. Entscheidend sind dabei zum einen die Formate, zum anderen aber auch Farbgestaltung und Textur der Fliesen und Platten. Schließlich sorgt auch das Fugenbild je nach gewähltem Verlegemuster für abwechslungsreiche Gestaltungsvarianten.

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Generell gelten für Fliesen und Platten aus keramischem Material hinsichtlich der Raumwirkung die gleichen Regeln wie bei anderen Wand- und Bodenbelägen. Helle Böden vergrößern den Raum, dunkle Flächen betonen die Gesamtfläche. Ebenso lassen sich durch Wandfliesen Räume optisch vergrößern, verkleinern oder in eine bestimmte Richtung betonen. Die Fugenführung hat daran einen mehr oder weniger großen Anteil. Ob ein gefliester Raum eher kühl oder freundlich einladend wirkt, hängt von Farbe und Struktur der Fliese ab. Besonders Fliesen mit Natursteinoptik strahlen eine warme Atmosphäre aus, die durch eine Flächenheizung zusätzlich sinnlich verstärkt wird.

Fliesenformate

Das Angebot an Fliesenformaten reicht von der winzigen Mosaikfliese mit Kantenlängen von wenigen Zentimetern bis hin zur XXL-Fliese mit Formaten bis zu 1,50 x 3,0m. Während sich mit kleinen Fliesenformaten bestimmte Zonen wie Dusche, Waschbecken, WC oder auch der Wohnbereich wunderbar akzentuieren lassen, erzeugen die großen Formate eine flächige Wirkung. Ob ein Raum durch eine große Fliese nun größer oder doch kleiner wirkt, hängt allerdings zusätzlich vom Fugenbild und der Kombination von Fliesen- und Fugenfarbe ab. Durch dunkle Fugen wirken auch Räume, die mit Großformaten gefliest sind kleiner, helle Fugenfarben erreichen das Gegenteil. Insofern sind die Formate in erster Linie vom persönlichen Geschmack und der vorhandenen Raumsituation abhängig. Der Vorteil großer Fliesen ist, dass Randausbildungen, Eckübergänge und Anschnitte leichter zu realisieren sind. Bei kleinen Formaten muss genau geplant werden, damit Anschnitte weitgehend vermieden werden.

Verlegemuster und ihre Wirkung

Das Fugenbild bestimmt in vielen Fällen der Planer, der dazu einen Fugenplan erstellt, an den sich der Fliesenleger bei der Verlegung richtet. Dieser sollte allerdings vorab den Plan auf Fehlerfreiheit und Stimmigkeit hinsichtlich Format, Fugenbreite und Fugenmaterial prüfen. Der Kreuzverband war lange Zeit der Klassiker unter den Fugenbildern für Fliesen und ist auch heute noch häufig zu finden. Allerdings haben sich mittlerweile auch zahlreiche andere Verlegemuster durchgesetzt. Besonders interessante Varianten ergeben sich durch die Kombination von Fliesen unterschiedlicher Größe und Farbe. Hinsichtlich der Fugen selbst, wirken Fugenfarbe und Fugenbreite. Während farblich angepasste Fugen die geflieste Fläche homogener wirken lassen, sorgen Kontrastfarben für Gitternetze im Belag und verstärken die geometrische Wirkung. Je schmäler eine Fuge ist, umso moderner und eleganter wirkt auch der Belag. Breite Fugen geben eher einen rustikalen Raumeindruck.

Kreuzverband

Der Kreuzverband wirkt hinsichtlich der Raumwirkung besonders bei quadratischen Fliesen recht neutral und ist für Wand- und Bodenfliesen geeignet.

Halb- oder Drittelverband

Rechteckige Fliesen können im Halb- oder Drittelverband verlegt werden. Die Fugen sind dann nur in einer Richtung durchlaufend. Räume lassen sich dadurch optisch vergrößern, vor allem dann, wenn die passenden Fliesen und Formate gewählt werden. Eingesetzt werden kann dieser Verband bei vergleichsweise großformatigen Fliesen. 

Diagonalverband

Zum Hingucker wird der Diagonalverband. Dabei werden quadratische Fliesen Ecke an Ecke verlegt. Bereits bei schlichten Fliesen ergeben sich durch dieses Verlegemuster schöne Effekte, zu etwas ganz besonderem wird der Verband, wenn Fliesen in zwei verschiedenen Färbungen verwendet werden. Je größer die Kontraste, umso eindrucksvoller die Wirkung. Der Wandabschluss beim Diagonalverband kann in Form von halben Fliesen oder als Rähmchen ausgeführt werden. Zu beachten ist dabei, dass diese Variante des Bodenbelags den Raum optisch verkleinert. 

Dekorfliesen setzen Akzente

Trendige Highlights lassen sich mit verschiedenen Dekorelementen setzen. Möglich sind geschickt angeordnete Relieffliesen innerhalb der Verlegung, Bordüren, Schmuckfliesen oder Mosaikfliesen zur Zonierung. Bei der Auswahl sollte recht vorsichtig vorgegangen werden. Dekoelemente in der Verfliesung folgen in der Regel dem Motto „Weniger ist mehr“. Dekorprofile können entweder passend zur Fliese aus der gleichen Serie oder auch als Kontrast eingesetzt werden. Die schmalen keramischen Elemente eignen sich insbesondere für die Wandverlegung und können als oberes Kantenprofil der Wandfliesen, als Bordüre, Schmuckfuge oder Umrahmung eingesetzt werden. Neben den speziell gefertigten Bordüren können diese Elemente auch selbst gestaltet werden, zum Beispiel mit Mosaikfliesen, die in eine Metallschiene eingefasst werden.

Relieffliesen und Schmuckfliesen eignen sich als Auflockerung für Wand und Boden gleichermaßen. Sie werden in regelmäßigen oder zufälligen Abständen in die Verlegung eingearbeitet. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass die Grundfliese eher unauffällig gestaltet ist. Nur so kommen die Schmuckelemente voll zur Geltung. Werden Relieffliesen für den Bodenbelag eingesetzt, ist zu bedenken, dass sich dort Schmutz schneller absetzt und schwerer entfernen lässt. 

Fugenbilder

  • Für Räume mit niedrigen Decken eignen sich senkrecht durchlaufende Fugen sowie senkrecht verlegte Formate, um mehr Höhe zu suggerieren.
  • Werden die Fliesen kreisförmig verlegt, ergeben sich Radialfugen. Der Aufwand bei dieser Art der Verlegung ist hoch, deshalb werden oft polygonale Teilflächen geplant. Radial geflieste Bereiche wirken außergewöhnlich und schaffen klar abgegrenzte Zonen.
  • Häufig werden Fugenbilder für die Bodenverlegung heute auch aus der Parkettverlegung entlehnt. Eingesetzt werden Fischgrät-, Tafel-, Kassetten- oder auch Flechtmuster. Je nach Anordnung werden die Fußböden entsprechend betont und das Raumgefühl geprägt.

Verbände mit Fliesen unterschiedlicher Formate können als wilde Verbände oder als geordnete Muster verlegt werden. Über die Raumwirkung entscheidet jeweils die Hauptrichtung der Verlegung.