Befestigungs- und Verbindungsmittel für Fliesen

Gerade dort, wo keramische Wandbeläge angebracht sind, ist es auch stets erforderlich, schwere Gegenstände wie Sanitärkeramik oder Küchenhängeschränke an der Wand zu befestigen. Für sicheren Halt sorgen fachgerechte Bohrungen mit dem richtigen Werkzeug beziehungsweise spezielles Befestigungs- und Verbindungsmaterial.

PCI Augsburg GmbH

Probebohrungen zur Bestimmung des Untergrunds

Wie tragfähig eine Wand ist, kommt weniger auf den Fliesenbelag als vielmehr auf das Wandmaterial an. Weiterhin bestimmt der verwendete Dübel über die Tragkraft einer Befestigung. Während die Bestimmung des Untergrunds im Neubau oder bei unverputzten Wänden leicht ist, hilft in bereits gefliesten Räumen nur eine Probebohrung. Anhand des Bohrstaubs lässt sich die Art des vorhandenen Mauerwerks feststellen:

  • Rotes Bohrmehl weist auf eine Ziegelsteinwand hin.
  • Gipskartonplatten produzieren weißes und sehr feines Bohrmehl.
  • Gipsfaserplatten erzeugen feines graues Bohrmehl.
  • Sehr feingekörnte Bohrmehle in Weiß bis hellgrau deuten auf Beton hin.
  • Weißes grobkörniges Bohrmehl entsteht beim Bohren in Porenbeton.
  • Weißes sandiges Bohrmehl zeigt sich, wenn Kalksandsteinwände vorliegen.

Wahl des richtigen Befestigungsmittels

Ist der Untergrund identifiziert, dann kann das richtige Befestigungsmittel gewählt werden:

  • Universaldübel bieten in Vollbaustoffen und Lochbausteinen sicheren Halt und sind für geringe Lasten auch in Hohlräumen einsetzbar.
  • Spezielle Hohlraumdübel eignen sich auch für größere Lasten wie zum Beispiel Vorwandinstallationen. Sie kommen bei Leichtbaustoffen oder in Hohlziegeldecken zum Einsatz, wenn normale Dübel keinen festen Halt mehr finden.
  • Speziell für Gipskartonplatten sind Plattendübel geeignet, mit denen sich leichte Elemente wie Seifenschalen oder Toilettenpapierhalter befestigen lassen.
  • Zur Befestigung von schwereren Lasten wie Spiegelschränken in festen Baustoffen sind längere Kunststoffdübel geeignet.

Für problematische Untergründe bieten Injektionssysteme, bei denen der Dübel mit Verbundmörtel in der Wand befestigt wird, eine praktikable Lösung.

Kleben als Alternative

Nicht immer ist es erforderlich, Löcher für die Befestigung zu bohren. Immer mehr Hersteller bieten mittlerweile auch ausgesprochen tragfähige Klebesysteme an, mit denen leichte Gegenstände, die nur gering belastet werden, an den Fliesen angebracht werden können. Spezielle Montagekleber erreichen Endfestigkeiten von 1kg/cm². Neue Technologien ermöglichen die rückstandslose Entfernung der Klebematerialien auch nach längerer Zeit. Allerdings haften die Kleber meist nur auf sehr glatt glasierten Fliesen dauerhaft und zuverlässig. Natursteinfliesen, poröse oder strukturierte Oberflächen bieten keine ausreichend tragfähige Klebefläche und das Bohren bleibt für die Wandmontage die einzige Alternative. Gleiches gilt für schwere Lasten.

Vorgehensweise zum Bohren in Fliesen

Werden Fliesen nicht sachgerecht durchbohrt, kann das leicht zu Rissen und Sprüngen im Material führen. Deshalb wird bei bereits verlegten Belägen häufig nicht in der Fliese selbst, sondern in der Fuge gebohrt. Soll oder muss die Bohrung im keramischen Material erfolgen, hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: 

  • Ist die Leitungsführung nicht ersichtlich beziehungsweise nicht bekannt, empfiehlt sich eine Prüfung mit dem Leitungssuchgerät. Wasser- und Stromleitungen können damit zuverlässig aufgespürt werden, Schäden werden vermieden.
  • Das vorherige „Anknacken“ der Fliese empfiehlt sich vor allem bei glatten Glasuren. Mit einem geeigneten Werkzeug wie zum Beispiel einem feinen Stecheitel wird das Bohrloch vormarkiert. In der entstandenen Vertiefung sitzt der Bohrer sicher und kann nicht so leicht abrutschen.
  • Die Fliese selbst sollte ohne Schlag und mit niedriger Drehzahl durchbohrt werden. Dadurch wird die Gefahr, dass die Fliese durch die entstehenden Vibrationen beschädigt wird, reduziert. Gänzlich auf den Schlagbohrer verzichtet werden muss, wenn die Wand aus Lochziegeln oder Porenbeton besteht, da ansonsten die Struktur und damit die Festigkeit zerstört wird. Das entstehende Bohrloch ist zu groß und bietet dem Dübel keinen sicheren Halt.
  • Als ideal für das Bohren von Fliesen haben sich Glasbohrer erwiesen. Die Schneide ist ähnlich wie ein Speer geformt und mit einer scharfen Spitze ausgestattet. Bei der Verwendung von speziellen Bohrern für Fliesen ist zu beachten, dass diese im Kontakt mit Stein schnell abnutzen. Sobald die Flies durchdrungen ist, sollte ein Steinbohrer verwendet werden.
  • Um Absplitterungen an der Fliese rund um das Bohrloch zu vermeiden, können verschiedene Maßnahmen getroffen werden. So schützt ein Holzbrett über dem geplanten Bohrloch die darunterliegende Fliese. Wird das Loch im Brett bereits vorgebohrt, dient es nicht nur als Schutz, sondern kann gleichzeitig als Bohrschablone verwendet werden.
  • Ebenfalls rissmindernd wirkt ein Klebeband über dem geplanten Bohrloch. Das Gewebe schützt die Fliese und vermeidet Schäden an den Bohrlochrändern.

Größere Löcher und Auslässe in Steinzeugfliesen oder auch Natursteinfliesen müssen aufgrund ihrer Härte mit Diamantbohrkronen bearbeitet werden. Eine Wasserkühlung während des Bohrens verhindert die vorzeitige Abnutzung der Bohrkrone.